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Windräder für über 22000 Haushalte
Kölner Stadtanzeiger
VON MARKUS CLEMENS, 28.02.02 |
In
einer Bürgerversammlung stellte die Firma EnergieKontor
die Windparks vor,
die sie im Gemeindegebiet plant.
Elsdorf-Niederembt
- Der Saal in der Niederembter Gaststätte Meuser-Maaßen
war voll besetzt. Über 120 Menschen standen und saßen dicht
gedrängt. Ihr Interesse galt besonders dem Windpark 2, der nördlich
von Niederembt in Richtung Kirchtroisdorf entstehen soll. Weitere Anlagen
will das Unternehmen EnergieKontor bei Oberembt und südlich
von Angelsdorf aufstellen. Die große Mehrheit der Bürger allerdings
ist von diesen Plänen gar nicht angetan.
Die Stimmung war aggressiv, als Details verkündet wurden. Die
insgesamt acht Windräder werden mit bis zu 140 Metern sehr hoch sein,
erläuterte Susanne Liesen von EnergieKontor. Die Geografin
verwies darauf, dass die Gemeinde die Flächen für Windparks
ausweisen musste. Und dabei hat es keine Beschränkungen in
der Höhe und der Anzahl gegeben. Auch das Versprechen, dass
die Räder nach 20 Jahren wieder abgebaut würden und somit der
Urzustand wieder hergestellt werde, konnte die Gemüter nicht beruhigen.
Insgesamt 45 Millionen Euro will das Unternehmen in die Windkraft in Elsdorf
investieren. In den drei Parks soll mit 16 Windrädern Strom für
insgesamt gut 22 000 Haushalte - so viele sind es etwa in Elsdorf und
Bedburg - produziert werden. Selbst so große Anlagen stören
nur, wenn man sie in seinem eigenen Garten aufstellt, betonte Liesen.
Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte in diesem Zusammenhang geurteilt,
dass Abstandsflächen von 500 bis 700 Metern akzeptabel
seien. Die Anlage Elsdorf 2, so Liesen, ist gut 700 Meter vom Ort
entfernt.
Die Summe der Belästigungen ist es, die uns hier zu schaffen
macht, kritisierte Horst Ramershoven. So litten die Bürger
an dem Lärm der Bandstraße sowie dem Lärm und Dreck aus
dem Tagebau Hambach. Auch bei diesem Aspekt versuchten die Mitarbeiter
des Unternehmens zu schlichten. Wenn die Bandstraße laut sei, müsse
die Windkraftanlage entsprechend leiser sein. Liesen: Wenn wir den
Lärmschutz verletzen, dürfen wir überhaupt nicht bauen.
Anlagen sind hässlich
Jürgen Schiffer, Ortsvorsteher von Oberembt und Fraktionsvorsitzender
der CDU, bekam für seine Ausführungen einigen Beifall. Die
Anlagen sind hässlich, dafür gibt es gar keine Grenzwerte.
Zudem ertrügen die Menschen in der Region bereits mehr als genug,
damit Deutschland ausreichend mit Strom versorgt werden könne. Josef
Gerards, Ortsvorsteher von Bedburg-Kirdorf, stieß ins gleiche Horn.
Ich unterstütze die Elsdorfer in ihrem Kampf, betonte
er. Er schließe nicht aus, in seinem Ort eine Bürgerinitiative
zu gründen, die gegen die Windparks angehen werde.
Die Befürworter der alternativen Energie hatten es dagegen schwer.
So erinnerte Michael Broich, Ratsmitglied der Grünen, daran, dass
die Bandanlage nicht mehr lange ein Störfaktor sei. Sie wird
in einigen Jahren verschwunden sein. Und Theo Bohlen, Landwirt aus
Oberembt und einer derjenigen, die gerne Land für Windräder
verpachten möchten, betonte, dass es der Braunkohlenabbau sei, der
die Landschaft zerstöre. Wir sollten unseren steigenden Energiebedarf
mit Windkraft befriedigen.
Doch die meisten Anwesenden waren nicht überzeugt. Großen Beifall
bekam der Oberembter Christoph Hausmann, der prognostizierte, dass die
Bevölkerung die Windanlagen niemals akzeptieren werde. Es wird
langen und massiven Widerstand geben.
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CDU
will mit Nachbarn über Windparks sprechen
Kölner Stadtanzeiger
VON MARKUS CLEMENS, 06.03.02 |
Das
Windkraft-Unternehmen EnergieKontor will verstärkt Rücksicht
auf die
Wünsche der Bevölkerung nehmen.
Elsdorf
- In die Diskussion um die drei geplanten Windparks in der Gemeinde ist
Bewegung gekommen. Denn das Unternehmen EnergieKontor hat
im Gemeinderat angekündigt, den Bedenken der Bürger verstärkt
Rechnung zu tragen. Die Firma bot an, Umweltverträglichkeits-Prüfungen
(UVP) durchführen zu lassen. Nicht auszuschließen ist,
dass dann die Höhe und der Abstand zur Wohnbebauung neu überprüft
werden muss, erklärt Firmen-Sprecherin Susanne Liesen.
Möglicherweise könne es aber weniger als die 16 geplanten Anlagen
geben. Die Wirtschaftlichkeit der Windparks allerdings wird nicht
berührt. Bestrebungen der FDP und CDU, die Windräder völlig
zu verhindern, erteilte Liesen eine Absage. Das ist nicht mehr möglich.
In dieser Frage sind sich SPD und Grüne mit CDU und FDP uneins. Eine
Reduzierung der Anlagen auf Null ist eine Illusion, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender
Wilfried Effertz. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Hans-Theo Schmitz
ist anderer Meinung. Es gibt über 600 Bürgerinitiativen
gegen Windkraft in Deutschland. Die Windenergie hat keine Akzeptanz mehr
in der Bevölkerung, sagt er. Einigkeit herrscht allerdings
bei allen Parteien darüber, dass - sollte die Aufstellung der Windräder
nicht zu verhindern sein - die Bevölkerung so gering wie möglich
zu belasten sei.
CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schiffer regt an, sich mit den Nachbarkommunen
Titz, Niederzier und Bedburg zu verständigen. Die Orte sollten gegenseitig
Rücksicht bei der Aufstellung von Windrädern nehmen. Der CDU-Ortsverband
in Bedburg-Pütz fordert Bürgermeister Willy Harren auf, seine
Kollegen in den Nachbarkommen zu kontaktieren.
Effertz, aber auch Elsdorfs Bürgermeister Harald Schröder schließen
nicht aus, dass der Wegfall eines ganzen Windparks noch möglich
sein könnte. Nach einem Urteil des Oberverwaltungs-Gerichts
Münster reicht es aus, wenn wir nur eine Fläche für die
Windparks ausweisen, erklärt Schröder. Effertz betont,
dass durch die Anpassung des Flächen-Nutzungsplanes der
Wegfall eines Parks erreicht werden könne. Die Bürger in Nieder-
und Oberembt - dies wurde in der Sitzung deutlich - akzeptieren die drei
Windparks in ihrer bisherigen Form nicht. Christoph Hausmann aus Oberembt:
Solche Anlagen sollten nicht gerade dort aufgestellt werden, wo
die Landschaft ohnehin schon bis zur Unkenntlichkeit verändert worden
ist.
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Mit
Störwind gegen Windkraftanlagen
Kölner Stadtanzeiger
VON MARKUS CLEMENS, 18.03.02, 18:57h |
Im
Kampf gegen die drei geplanten Windparks haben die Bürger sich nun
organisiert.
Elsdorf
- Seit Pläne bekannt geworden sind, zwischen Oberembt und Kirchtroisdorf,
Niederembt und Kirchtroisdorf und in Richtung Bedburg-Kirdorf insgesamt
drei Windparks mit 16 Windrädern aufzustellen, sind viele Bürger
empört. Weitere geplante Parks an der Gemeindegrenze bei Titz und
Niederzier sorgen für zusätzlichen Unmut. Doch der Protest,
der sich bislang wenig koordiniert geäußert hat, wird nun gebündelt.
Die Bürgerinitiative (BI) Störwind hat sich als
Minimalziel auf die Fahnen geschrieben, dass die Anlagen nur mit einem
Mindestabstand von 1500 Metern zur Wohnbebauung genehmigt werden dürfen.
Möglicherweise könnte das Aufstellen der knapp 140 Meter hohen
Windräder aber auch völlig verhindert werden. Wir akzeptieren
das Märchen nämlich überhaupt nicht, dass dies nicht mehr
zu verhindern sein soll, betont Christoph Hausmann, einer der vier
Sprecher der neu gegründeten BI. Zahlreiche Kommunalpolitiker hatten
genau dies in der Vergangenheit behauptet. Doch nach einem Besuch beim
Kölner Regierungspräsidenten sind sich die Mitglieder der BI
einig: Wir wissen seitdem, dass der Zug noch lange nicht abgefahren
ist, erklärt Daisy von Bernstorff.
Sie und die über 300 Bürger, die sich inzwischen in Unterschriftenlisten
eingetragen hätten, glaubten, dass die Windkraftbetreiber ganz
schnell Tatsachen schaffen wollen. Jede neue Bundesregierung
ohne Beteiligung der Grünen wird die Windkraft bedeutend kritischer
sehen, prognostiziert Hausmann.
Er und seine Mitstreiter glauben, dass die Stimmung in den Orten
ziemlich gereizt ist. Besonders viele Landwirte befänden sich
in einem Dilemma. Denn sie würden von den Betreibern gebeten, ihr
Land zu verpachten; bis zu 15 000 Euro Pacht pro Jahr und Anlage könnten
so verdient werden. Würden sie dies tun, könnten sie Ärger
im Ort bekommen. Tun sie es aber nicht, sagt der Nachbarbauer zu.
Nun hat die Firma EnergieKontor in der jüngsten Sitzung
des Gemeinderates angeboten, verstärkt auf die Wünsche
der Bürger einzugehen. So sei es möglich, dass die Höhe
der Anlagen und die Abstände zu den Orten neu überprüft
werden könnten. Dabei gibt es schon bei diesen Abständen Differenzen
zur BI. Sie meint, die nächsten Windräder stünden in 480
Metern Entfernung zu den ersten Häusern. EnergieKontor
dagegen behauptet, der Abstand sei über 700 Meter groß. Hausmann.
Das Angebot ist reine Taktik.
Für Mittwoch, 20. März, 18 Uhr, lädt Bürgermeister
Harald Schröder in die Festhalle. Dort sollen die Einwohner über
den Stand der Dinge informiert werden.
top
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Ein
mea culpa von Bürgermeister Schröder
Kölner Stadtanzeiger
VON MARKUS CLEMENS, 21.03.02 |
Keine
Annäherung gibt es zwischen den Befürwortern und den Gegnern
der geplanten Windparks in der Gemeinde Elsdorf.
Elsdorf
- Nicht alleine die Pläne der Firma EnergieKontor, in
der Gemeinde drei Windparks einzurichten, wurden in der vollbesetzten
Festhalle heftig kritisiert. Auch Bürgermeister Harald Schröder
- er hatte zu einer Informationsveranstaltung eingeladen - stand im Kreuzfeuer.
Der Vorwurf: Schon vor Jahren habe die Verwaltung drei Konzentrationsflächen
für Windparks ausgewiesen. Doch erst jetzt werden die Leute
über die Konsequenzen informiert, empörte sich der Bedburger
CDU-Ratsvertreter Wolfram Zereßen, der als Kirchtroisdorfer in der
Nähe eines geplanten Windparks lebt.
Doch damit nicht genug. In Elsdorf wurden drei solcher Flächen ausgewiesen,
die Stadt Bedburg begnügt sich zurzeit mit der Ausweisung gerade
einmal einer einzigen. Warum bieten Sie hier so viele Flächen
an? rief einer der Besucher Schröder erbost entgegen. Dessen
selbstkritisches mea culpa trug nicht zur Entspannung der
Atmosphäre bei.
Bei der Ausweisung der Flächen waren wir damals möglicherweise
etwas zu schnell, gab Schröder zu. Auch den Vorwurf der schlechten
Informationspolitik ließ er gelten, schränkte allerdings auch
ein: Die Brisanz dieser Angelegenheit war damals noch nicht abzusehen.
Die gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung allerdings habe
stattgefunden. Hier hat es nur erstaunlich wenige Bedenken gegeben,
betonte Bau-Abteilungsleiter Peter Klopmeier. Proteste reichen nicht
aus
Unklar blieb, ob die Windparks noch zu verhindern sind. Denn trotz der
großen Ablehnung betonte Willi Iven von der Kölner Bezirksregierung:
Ihre Proteste alleine werden dazu nicht ausreichen. Wenn sich
das Unternehmen an die juristischen Auflagen halte, haben wir kein
Ermessen und müssen genehmigen. Und genau an diese Auflagen
will EnergieKontor sich peinlich genau halten.
Wir werden weder den Lärmschutz verletzen noch die vorgeschriebenen
Abstandsflächen unterschreiten, betonte Projektentwicklerin
Susanne Liesen.
Christoph Hausmann, Sprecher der Bürgerinitiative Störwind,
setzt ohnehin auf eine andere Strategie. Er fordert den Gemeinderat auf,
durch eine so genannte Veränderungssperre im Bebauungsplan
dafür zu sorgen, dass in den kommenden Jahren auf den anvisierten
Flächen keine Windräder aufgestellt werden. Denn er und seine
Mitstreiter gehen davon aus, dass in kommenden Bundes- und Landesregierungen
die Unterstützung für die Windkraft schwinden wird.
Die Landwirte, die möglicherweise damit liebäugeln würden,
Land an EnergieKontor zu verpachten, warnte er. Bauern
aus dem Erkelenzer Raum, die Land verpachtet haben, warten schon seit
Monaten auf ihr Geld. Sprecher des Unternehmens nannten dies schlicht
falsch. Den weiteren Vorwurf der falschen Renditeversprechung
wiesen sie ebenfalls zurück. Zwar stimme Hausmanns Behauptung, dass
das Unternehmen drei Windparks von Betreibern zurückgekauft habe,
weil die Rendite nicht so hoch wie angenommen gewesen sei. Die Betreiber
wussten aber, dass sie sich auf eine Risiko-Investition eingelassen haben.
Störwind, dies kündigte Hausmann an, wolle das
laufende Verfahren in der Gemeinde genau beobachten. Notfalls werde
man Klage einreichen und eigene Gutachten anfertigen lassen. Außerdem
will sich die Bürgerinitiative, die bereits über 500 Unterschriften
gesammelt hat, die Unterstützung möglichst vieler Landtagsabgeordneter
sichern.
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Bürgerinitiative
"Störwind" informiert · Vorbereitung auf die Ratsstitzung
Kölnische Rundschau
von KAN
18.04.2002 |
Elsdorf.
Zu einem Informationsabend über Windräder lädt die Bürgerinitiative
"Störwind" ein. Die Veranstaltung soll am Montag, 29. April,
19 Uhr, in der Gaststätte Meußer-Maaßen in Elsdorf-Niederembt
stattfinden.
"Wir wollen die Ratssitzung am 7.Mai öffentlich vorbereiten",
sagt Christoph Hausmann, Sprecher der Bürgerinitiative. Auf der Tagesordnung
der Ratssitzung stehen unter anderem die Veränderungssperren für
die Bebauungspläne, die die Windkraftzonen betreffen.
"Wir wollen mit unserem Info-Abend unserer Forderung nach den Veränderungssperren
Nachdruck verleihen", so Hausmann.
Die Initiative verspricht, dass der Informationsabend bürgernäher
werde als die Bürgerversammlung der Gemeinde in der Festhalle, die
schlecht organisiert gewesen sei. "Das war plan- und hilflos",
so Hausmann.
Die Bürger hätten noch immer Informationslücken, deshalb
sei der Informationsabend notwendig. Eingeladen sei der FDP-Landtagsabgeordnete
Gerhard Papke, dessen Partei bei einer möglichen Regierungsbeteiligung
nach der Bundestagswahl das Energieeinspeisegesetz ändern wolle.
Eventuell kämen weitere Experten nach Niederembt.
Die Initiative will außerdem Kurzfilme von Betroffenen zeigen. Sie
weist ausdrücklich darauf hin, dass nicht nur Nieder- und Oberembter
eingeladen sind, sondern auch betroffene Bürger aus der Umgebung.
Die Initiative weist die Ansicht des Beigeordneten Johannes Mies zurück,
nach der die Windräder auf Gemeindegebiet grundsätzlich nicht
zu verhindern und nur die Anzahl und der Abstand zur Wohnbebauung veränderbar
seien.
Man könne nicht die Entscheidung des Rates vorwegnehmen und gegen
den Bürgerwillen so etwas sagen, meint Daisy von Bernstorff. "Wird
der Abstand zur Wohnbebauung wie von uns gefordert auf 1500 Meter festgesetzt
wird, sind die Windräder de facto verhindert", sagt Werner Zavelberg.
Nach Angaben von Hausmann hat "Störwind" bislang über
700 Unterschriften gegen die Windräder gesammelt und zudem ein Gutachten
in Auftrag gegeben, das genauer untersuchen soll, wie hoch der Wert von
Immobilien durch Windräder vermindert wird.
Susanne Liesen von der Firma EnergieKontor erklärte gestern, falls
die Gemeinde Veränderungssperren beschließe, werde das Unternehmen
an seinem Bauantrag für die Windräder festhalten - auch wenn
es zu zeitlichen Verzögerungen komme.
top
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"Störwind"
baut fest auf einen Regierungswechsel Kölnische Rundschau-
KAN
01.05.2002 |
"Störwind"
baut fest auf einen Regierungswechsel
Erftkreis
- "Wir haben schon viel erreicht, und wir können noch viel bewegen."
Christoph Hausmann, Sprecher der Bürgerinitiative "Störwind",
zog ein positives Fazit.
(Der Rest
des Artikels über unsere Veranstaltung bei Meuser-Maßen am
29.04.2002, mit Herrn Dr. Gerhard Papke, fehlt zur Zeit noch . . . )
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Vorerst
soll sich kein Windrad drehen
Kölner Stadtanzeiger
von UWE SCHINDLER, 04.05.2002 |
In
Elsdorf wird aller Voraussicht nach vorerst nicht mit dem Bau der umstrittenen
Windkraftanlagen begonnen. Der Rat will am Dienstag eine Veränderungssperre
beschließen.
Elsdorf - "Ich werde für die Veränderungssperre stimmen",
kündigte Bürgermeister Harald Schröder (SPD) am Freitagnachmittag
bei der vom "Kölner Stadt-Anzeiger" veranstalteten Diskussion
zur Windkraft am Rewe-Markt in Elsdorf an und erntete dafür kräftigen
Beifall der Zuhörer, die in der Mehrzahl den Plänen der Firma
EnergieKontor, mindestens 16 Windräder in Elsdorf zu errichten, skeptisch
gegenüber standen. Und der Bürgermeister rechnet fest damit,
dass eine solche Mehrheit im Rat für die Veränderungssperre
zustande kommen wird.
Die Sperre, so hat es die CDU beantragt, soll für zwei Jahre ausgesprochen
werden. "Wir schaffen uns so zwei Jahre Luft. In dieser Zeit wird
nichts geplant und gebaut." Zudem werde womöglich bald der Windenergie-Erlass
des Landes geändert, "so dass wir dann vielleicht gar keine
Windkraft-Zone in Elsdorf mehr haben", sagte Schröder.
Auf der von "Stadt-Anzeiger"-Redakteur Ralph Jansen moderierten
Veranstaltung machte Kreisdezernent Manfred Kohlmann deutlich, dass man
eine Entscheidung aber wohl maximal zwei Jahre hinausschieben könne.
Denn schließlich habe der Antragsteller EnergieKontor auch ein Recht
darauf, irgendwann eine vernünftige Antwort der Bezirksregierung
zu seinen Anträgen zu erhalten.
In der insgesamt sachlichen Debatte um das Pro und Contra waren die Positionen
der jeweiligen Fraktionen unverrückbar geblieben. Grundsätzlich
habe er nichts gegen Windkraft, sagte Werner Zavelberg von der Bürgerinitiative
"Störwind", doch man sei seinerzeit von den Plänen,
Anlagen "so hoch wie der Kölner Dom" zu bauen, "völlig
überrascht worden". Windanlagen schadeten Menschen, weil sie
wegen des Lärms oft nachts nicht mehr schlafen könnten. In Niederembt
-dort sollen die meisten Räder hin - lebten die Leute 700 Meter von
der Bandstraße von Rheinbraun entfernt und 900 Meter von der Autobahn.
Deshalb fordere die Initiative eine "Sicherheitszone von 1500 Metern
Abstand".
Schärfer formulierte es Rudolf Habrich, CDU-Mitglied im Gemeinderat:
"Die Investoren haben sich extra eine windschwache Gegend ausgeguckt,
um erhöhte Subventionen zu kassieren", schimpfte er und griff
die Firma EnergieKontor scharf an: "Wir lieben die Braunkohle, wir
haben Strom genug. Sie, (die Firma - d. Red.) wollen das bisschen Grün,
das wir in Elsdorf noch haben, mit Dom-artigen Gebilden verschandeln."
Susanne Liesen von EnergieKontor wies die Vorwürfe zurück. Die
Bundesrepublik habe sich gegenüber der Europäischen Union dazu
verpflichtet, "einen gewissen Prozentsatz" an Strom aus regenerativen
Energien zu produzieren. Im Übrigen gebe es Genehmigungsverfahren,
in denen Lärm-Grenzwerte festgelegt seien. Christian Bredemeier (EnergieKontor)
erklärte, sein Unternehmen erhalte "fast keine staatlichen Subventionen",
das Geld komme letztlich von den Verbrauchern. Zudem habe die Windkraft-Branche
in jüngster Zeit 35 000 Arbeitsplätze geschaffen. Auch Bernd
Schönicke (Bundesverband WindEnergie) nahm den potentiellen Investor
in Schutz: "Das Unternehmen wird nicht dort investieren, wo es keine
Erträge zu erwarten hat."
Das beeindruckte die Kritiker wenig. Horst Engel, Landtagsabgeordneter
der FDP, verwies auf die Zerstörung des Landschaftsbildes ("Sehen
sie sich die Verschandelung der Landschaft an der Nordsee an."),
der Niederembter Ortsvorsteher Jürgen Schiffer (CDU) ging noch einen
Schritt weiter: "Das Maß ist voll." Elsdorf, geplagt von
Staub und Lärm durch die Braunkohle, leiste genug für die Stromproduktion.
Als guter Christ könne er nur sagen: "Herr, bewahre mich vor
Pest und Wind und vor Anlagen, die von Energiekontor und anderen sind."
Das animierte den Kreisgeschäftsführer der Grünen, Johannes
Bortlisz-Dickhoff, den Heiligen St. Florian zu zitieren: "Verschon´
mein Haus, zünd´ andere an." 35 Dezibel Lärm würden
den Elsdorfern durch Windräder maximal zugemutet. Was sollten da
die Anwohner des Köln/Bonner Flughafens denken? "Die müssen
80 Dezibel ertragen, weil Frachtmaschinen Nacht für Nacht Erdbeeren
aus Israel bringen." Dies ließ Zavelberg nicht ruhen, der eine
andere Rechnung aufmachte, die letztlich niemand überprüfen
konnte: "In 150 Metern Höhe macht ein Windrad den gleichen Lärm
wie eine Boeing."
top
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Sperre
für Windräder beschlossen
Kölner Stadtanzeiger. VON MARKUS CLEMENS, 08.05.02 |
Gegner
hoffen, dass nach der Wahl die Subventionen gestrichen werden.
Elsdorf
- Der Elsdorfer Gemeinderat hat mit großer Mehrheit gegen die
Stimmen der Grünen eine Veränderungssperre für die Gebiete
im Bereich von Nieder- und Oberembt erlassen, in denen Windkraftanlagen
aufgestellt werden sollen. Dies bedeutet, dass potentielle Investoren
wie die Firma EnergieKontor in einem Zeitraum bis zu zwei
Jahren dort keine Windräder errichten dürfen. Die Gemeinde muss
allerdings in dieser Zeit erklären, wie sie sich die weitere Entwicklung
dieser Flächen vorstellt. Denn eines ist klar: EnergieKontor
hat ein Recht darauf, auf diesen Vorrangflächen Windräder aufzustellen.
Genau unter dieser Maßgabe nun muss die Verwaltung Bebauungspläne
erarbeiten. In ihnen muss klargestellt werden, wie viele Anlagen
dort aufgestellt werden dürfen, erklärt Jurist und SPD-Fraktionsvorsitzender
Wilfried Effertz. Außerdem werden die Abstände zur Wohnbebauung
und die Größe der Windräder festgelegt. Doch eines geht
nicht: Eine willkürliche Planung ist nicht möglich,
so Effertz. Dies bedeutet, dass es nicht erlaubt sei, dort etwa nur noch
eine einzige Anlage zuzulassen.
So sieht das auch das Unternehmen. Über Größe und
Anzahl der Anlagen können wir uns unterhalten, betont Susanne
Liesen von EnergieKontor. Allerdings müsse ihre Firma
sorgsam prüfen, ob die Vorstellungen der Gemeinde für
uns akzeptabel sind. Eine Verhinderungsplanung werde
man nicht akzeptieren, die Wirtschaftlichkeit der drei anvisierten Windparks
müsse gewahrt bleiben. Liesen: Ein Kompromiss mit null Anlagen
ist für uns kein Kompromiss.
CDU, FDP und die Bürgerinitiative Störwind verfolgen
mit der Veränderungssperre andere Ziele. Sie wollen Zeit gewinnen
und hoffen darauf, dass eine neue Bundesregierung die Subventionierung
der Windkraft stoppt. Darüber hinaus fordern sie Mindestabstände
zur nächsten Wohnbebauung von 1500 Metern. Dies würde allerdings
bedeuten, dass es in der Gemeinde nirgendwo mehr eine Fläche gebe,
auf der Windräder aufgestellt werden dürften.
Michael Broich von den Grünen attestierte den Windkraftgegnern, durch
die Entscheidung des Rates lediglich einen Teilerfolg, aber lange
noch keinen Gesamtsieg errungen zu haben. Er kommentierte zudem
die Tatsache, dass in den vergangenen Monaten kein Kompromiss mit EnergieKontor
erreicht werden konnte. Die alleinige Schuld hat die Kompromisslosigkeit
von Störwind, CDU und FDP.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative, die zahlreich im Rathaus erschienen
waren, freuten sich zuerst einmal über die gewonnene Zeit. Sie quittierten
die Entscheidung mit lautem Beifall.
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Windräder
auf Kirchenland
Kölner Stadtanzeiger. VON MARKUS CLEMENS, 08.10.02 |
Neue
Windanlagen auf Kirchenland?
Angeblich will der Oberembter Kirchenvorstand Land verpachten. Im Ort gibt
es Befürchtungen, dass dort der geplante Windpark Niederzier entsteht.
Elsdorf - Als die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Störwind
im Frühjahr ihren Kampf gegen die geplanten Windparks bei Ober- und
Niederembt aufgenommen haben, hegten sie besonders eine Hoffnung: Wir
setzen auf eine neue Bundesregierung aus CDU und FDP, hieß es
immer wieder. Besonders die FDP hatte stets versprochen, die Subventionierung
der Windkraft zu beenden. Doch nun herrscht Ernüchterung. Den
Wahlausgang haben wir uns natürlich anders vorgestellt, erklärt
BI-Sprecher Christoph Hausmann.
Empört sind die Mitglieder von Störwind inzwischen
über den Oberembter Kirchenvorstand. Er will Land verpachten,
auf dem der Windpark Niederzier entstehen soll, mutmaßt Hausmann.
Dieser Windpark würde zu Füßen der Sophienhöhe liegen
und somit direkt an Oberembt angrenzen. Es haben schon konkrete Verhandlungen
stattgefunden.
In Oberembt war zu erfahren, dass an Hausmanns Information wohl einiges
dran ist. Dies werde zum Sprengsatz für den Ort, wurde
erklärt. Kirchenvorstandsmitglied Hermann Begon mochte die Darstellung
nicht bestätigen. Allerdings könne der Kirchenvorstand sein Land
natürlich so verpachten, wie er es will. Noch sei allerdings
nichts Konkretes gelaufen.
Störwind setzt seine Hoffnungen derweil verstärkt
in die Gerichte. Die laufende Rechtsprechung macht uns Mut,
erklärt Hausmanns Kollege Werner Zavelberg. In der Tat hat das Oberverwaltungsgericht
in Münster den Gemeinden erlaubt, die Zulässigkeit von Windenergieanlagen
restriktiv zu steuern (Aktenzeichen: 7 B 918 / 02). So haben die Richter
der Stadt Schmallenberg zugestanden, Pläne eines Windenergiebetreibers
zu korrigieren. Das Unternehmen wollte in einer dortigen Vorrangfläche
Windräder in Höhe von 140 Metern aufstellen. Die Stadt beschränkte
die Höhe auf 100 Meter, das Gericht lehnte eine folgende Klage des
Windenergieunternehmens ab.
Um alle Entscheidungsträger in Elsdorf - besonders die Mitglieder des
Bauausschusses und des Rates - juristisch auf den neuesten Stand zu bringen,
plant Störwind, für die Kommunalpolitiker ein Hearing
durchzuführen. An diesem Abend soll der Remagener Fachanwalt Thomas
Mock die neueste Rechtsprechung in Sachen Windkraft erläutern,
kündigt Hausmann an. Unsere Kommunalpolitiker sollen dort erfahren,
was rechtlich alles möglich ist. Störwind erwartet,
dass die Gemeinde schnell tätig wird. Erst im Mai hat der Gemeinderat
eine so genannte Veränderungssperre beschlossen. Dies bedeutet, dass
für zwei Jahre in den drei ausgewiesenen Vorrangflächen keine
Windräder aufgestellt werden dürfen. In dieser Zeit soll
die Gemeinde zwei dieser drei Flächen streichen, fordert Störwind.
In der dritten Fläche müsse ein Mindestabstand der Windräder
von 1500 Metern zur Wohnbebauung und eine Höhe von 100 Metern eingehalten
werden. Hausmann ist optimistisch, dass dies möglich sein wird. Die
aktuelle Rechtsprechung zumindest weist in diese Richtung. |
Windrader
auf Kirchenland ?
Kölner Stadtanzeiger. VON MARKUS CLEMENS, 18.10.02 |
Windrad
auf Kirchenland?
Der
Oberembter Pfarrer Stephan Krenzel will nur dann Kirchenland an Windparkbetreiber
verpachten, wenn die Bevölkerung durch die Anlagen nicht belästigt
wird.
Elsdorf-Oberembt - Die Stimmung im Ort ist gespalten, zahlreichen Windkraftgegnern
stehe eine Vielzahl von Befürwortern gegenüber. Einige Bauern
würden ihr Land gerne an Windkraftfirmen verpachten, die Bürgerinitiative
"Störwind" dagegen tut alles, um dies zu verhindern. Nun
ist der Oberembter Kirchenvorstand zum Gegenstand des Konfliktes geworden.
Denn weil auch er möglicherweise Land verpachten möchte, steht
er in Verhandlungen mit einem Unternehmen. Und diese Firma würde
nach einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche unmittelbar an der
Ortsgrenze Windräder aufstellen.
Pfarrer Stephan Krenzel versucht zu beruhigen. "Wir prüfen dieses
Angebot lediglich, entschieden ist bisher noch gar nichts." Dabei
verweist er darauf, dass der Vorstand in dieser Situation nicht alleine
entscheiden könne. "Dazu bedarf es ebenfalls der Zustimmung
durch das Kölner Erzbistum." Krenzel versichert aber, Rücksicht
darauf nehmen zu wollen, "dass die Leute im Ort durch solche Windräder
keinen Schaden erleiden." Wenn dagegen deutlich werde, dass eine
Mehrheit im Dorf die Windkraft ablehne, wolle er im Kirchenvorstand gegen
die Veräußerung des Kirchenlandes stimmen. Er machte aber deutlich,
dass es in diesem Gremium neben ablehnenden Stimmen auch durchaus Befürworter
gebe.
Das in Frage kommende Land der Oberembter Kirche liegt zwischen der Bundesstraße
55 und der Sophienhöhe. Schon länger bekannt ist, dass die Nachbargemeinde
Niederzier genau dort ihre Windkraft-Vorrangfläche ausgewiesen hat.
Für Niederzier hat dieses Areal den Vorteil, dass es hinter der Sophienhöhe
liegt und es deshalb zu keinen Belästigungen für die eigene
Bevölkerung kommen kann. Die Ortsgrenze von Oberembt allerdings ist
nur wenige hundert Meter entfernt.
Die Bürgerinitiative "Störwind" befürchtet deshalb,
dass die "vier 160 Meter hohen Windräder", die dort geplant
seien, zu einer "drastischen Einschränkung der Wohnqualität"
führen würden. Auf ihrer Internet-Seite (www.stoerwind.de) unterstellen
sie dem Kirchenvorstandsmitglied Franz-Josef Ortmanns die Aussage, "dass
die Kirche dem interessanten finanziellen Angebot der Windkraftbetreiber"
nicht habe widerstehen können. Ortmanns bestreitet, diesen Satz jemals
gesagt zu haben.
Pfarrer Krenzel verspricht, dass der Kirchenvorstand nichts tun werde,
"was sich gegen unsere Bürger richtet". Eines allerdings
bezweifelt er: "Ich glaube überhaupt nicht, dass Störwind
die Meinung der Mehrheit repräsentiert." Er wirft der Bürgerinitiative
vor, "im Dorf Stimmung gegen die Kirche zu machen". Zudem könne
er nicht verstehen, dass noch kein Vorstandsmitglied von Störwind
jemals das Gespräch mit ihm gesucht habe. "Ich würde jederzeit
mit den Windkraftgegnern reden." "Komplett umstellt"
Auch Jürgen Schiffer, Elsdorfer CDU-Fraktionsvorsitzender, Ortsvorsteher
von Oberembt und Mitglied des Kirchenvorstands, bedauert es, "dass
es zu solchem Konfliktstoff bei uns gekommen ist". Schiffer, selbst
erklärter Windkraftgegner, ist empört darüber, dass die
Kirche diese Verhandlungen führt. Er glaubt, dass durch den Windpark
Niederzier der Freizeitwert der Sophienhöhe "total zerstört"
wird. Doch Schiffer befürchtet noch mehr. Denn wenn die weiteren
Windparks, die auf Elsdorfer Gemeindegebiet geplant sind, und die Anlage
bei Titz auch noch realisiert würden, "wäre Oberembt komplett
von Windrädern umstellt".
Der Ortsvorsteher kündigte an, dies unbedingt verhindern zu wollen.
"Und in unserem Kirchenvorstand werde ich der Verpachtung von Kirchenland
auf keinen Fall zustimmen." Das Areal der Kirche liegt zwischen der
Bundesstraße 55 und der Sophienhöhe. Dort könnte schon
bald der Windpark der Gemeinde Niederzier entstehen.
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