Hintergründe

Januar
Am 29.1.2002 stellte die Firma Energie Kontor ihr Konzept eines Windparks im Ausschuss für Bau und Planung der Gemeinde Elsdorf vor. Das Unternehmen hatte bereits die Genehmigung bei der Bezirksregierung in Köln beantragt und diese hat die Gemeinde informiert. In der Ausschusssitzung waren die Vertreter aller Parteien (ausgenommen ein Grüner) einig, dass man den Windpark (besonders bei so riesigen Windrädern in so kurzen Abstand zum Wohngebiet) verhindern müsse. Man beschloss deshalb, bei der Bezirksregierung in Köln eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu beantragen.
Wie die Erfahrungen von Bürgerinitiativen und verschiedenen Presseberichte zeigen, ist es jedoch über einen Antrag auf Umweltverträglichkeitsprüfung kaum möglich, die Errichtung zu verhindern. In diversen Stellungnahmen hat die Umweltministerin (NRW) Bärbel Höhn u.a. darauf hingewiesen, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung nur dann vorgeschrieben ist, wenn mehr als 20 Windräder geplant sind (deshalb beantragen die Betreiber oft im ersten Schritt nur wenige Windräder!)

Februar
Die Bürgerinitiative Störwind gründet sich

März
Inzwischen ist, auch dank starker Intervention der Bürgerinitiative Störwind, im Rat die Diskussion entfacht, einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zu fassen. Damit einher geht der Beschluss für eine Veränderungssperre für die betroffenen Gebiete. In der entscheidenden Ratssitzung kommt es aber nicht zur Abstimmung. Die Abstimmung wird auf die nächste Ratssitzung verschoben.
Aufgrund des offensichtlichen öffentlichen Interesses an diesem Thema, veranstaltet der Bürgermeister am 21. März einen Informationsabend.
Die Elsdorfer Festhalle ist komplett besetzt und die Mehrheit der Anwesenden wollen die Anlagen nicht.

Das Aktionsteam der Bürgerinitiative Störwind auf dem Informationsabend der Gemeinde Elsdorf am 21.März 2002 zu dem Thema "Windkraftanlagen in Elsdorf".

Am eigenen Infostand wurden Unterschriften gesammelt und Informationsmaterial verteilt. Großplakate im Eingangsbereich und Infoflyer auf jedem Stuhl lieferten genaue Information zur aktuellen Situation.

 

Das Aktionsteam der Bürgerinitiative, von links:

Reinhold Krämer, Monika Zavelberg, Daisy Bernstorff, Chris Hausmann, Renate Becher-Meisen, Dagmar Bier, Wolfgang Ketzler und Werner Zavelberg

Es ist das Ziel der Bürgerinitiative innerhalb dieser zwei Jahre eine neue Regelung für die Ausweisung von Vorrangflächen auf dem Gemeindegebiet zu erreichen. So können in Verbindung mit dem Bebauungsplan beispielsweise maximale Höhen für Windräder oder Abstandsflächen zu der nächsten Bebauung, definiert werden.

April
Der April stand für Störwind ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die Ratssitzung des Gemeinderats Anfang Mai. Ende April (29.04) organisiert Störwind eine eigene Informations - Veranstaltung auf der u.a. Dr. Gerhard Papke spricht. Es werden Videos zu dem Thema gezeigt und die Bürger haben die Gelegenheit Fragen zu stellen. Viele verlassen nach der Veranstaltung die Räume und sind betroffen, weil sie vorher nicht wussten, welchen Einfluss Windräder auf das Leben und den "Geldbeutel" haben.

Mai
Der Kölner Stadt Anzeiger organisiert am 03.05. eine Bürgerfragestunde zum Thema Windenergie auf dem REWE - Parkplatz in Elsdorf.
Am 07.05.2002 beschliesst dann der Rat nahezu einstimmig die Veränderungssperre. Die SPD Fraktion hat sich damit auch dem Bürgervotum angeschlossen. Die Bürgerinitiative Störwind hat damit ihr erstes Ziel - die Veränderungssperre - erreicht.